Eine ihrer ehemaligen Schülerinnen schreibt:

Frau Prof. Zaluda war von der 3. bis zur 8. Klasse mein Klassenvorstand und ich habe von ihr vor allem ihr großes Interesse an der Entwicklung von Sprachen mitbekommen. Ihren Griff zum etymologischen Wörterbuch habe ich noch gut in Erinnerung. Ihren großen Wortschatz in der englischen Sprache versuchte sie mit Begeisterung an uns weiterzugeben. Ich besitze immer noch die dicken Vokabelhefte aus dieser Zeit. Wenn ein Thema zur Sprache kam, lieferte sie eine breite Palette von zu dieser Thematik gehörenden Vokabel. Bei mir fiel das offenbar auf relativ fruchtbaren Boden, denn auch ich habe in den 35 Jahren meiner Unterrichtstätigkeit in Englisch meine Schüler – nicht immer zu deren Freude – häufig mit ausführlichen Vokabellisten ausgestattet.

Bei allem, was der Unterrichtsstoff so mit sich brachte, neigte Frau Prof. Zaluda zur Ausschweifung, was einerseits zu unserer Horizonterweiterung beigetragen haben mag, anderseits nicht immer der Lehrplanerfüllung dienlich war. Dass sie das schließlich aufrichtig bedauerte, zeigte sich dann daran, dass sie uns nach der Matura den Rest der nicht mehr durchgenommenen deutschen Literaturgeschichte auf abgezogen Zetteln „nachreichte“.

Bemerkenswert war ihr geradezu missionarischer Eifer, uns die Schönheiten von Ost- und Südtirol nahezubringen, der dann in unserer von ihr geleiteten (!) Maturareise nach Südtirol seinen Höhepunkt fand – eine für heutige Verhältnisse unvorstellbare „Bildungsreise“ als Abschluss unserer Gymnasialbildung.

Roswitha Moser